Vorträge

Ø Barbados – eine Karibik-Insel: Einmal rundherum und quer durch, Land – Leute – Höhlen und Natur
   (DI Heinz Holzmann)

Barbados ist eine Korallenkalkinsel und dies sieht man auch in der, am North Point gelegenen, "Animal Flower Cave". In den als Schauhöhle ausgebauten zwei Höhlenräumen sieht man an Decke und Wänden die felsbildenden Korallenstöcke. Der Boden ist mit Korallenstücken übersät und in den Wasserbecken leben die in Rottönen gehaltenen See-Anemonen. Höhlen wie die Harrison´s Cave oder Cole´s Cave mit einem unterirdischen See zeigen die unterirdische Vielfalt dieser Insel.

Ø Rückblick Brno 2013 – International Congress of Speleology (Bärbel Vogel)

Über 1000 Teilnehmer aus über 50 Nationen waren 2013 in der Tschechischen Republik
zusammengekommen, um Vorträge, Ausstellungen, Wettbewerbe und Exkusionen zur
internationen Höhlenforschung zu erleben. Die verschiedenen Kommissionen des
Weltdachverbandes UIS werden ebenso vorgestellt, wie Beiträge des VdHK zur Tagung
und persönliche Eindrücke.


Ø Hypogene Höhlengenese: Aufsteigendes Grundwasser und Erdwärme als Antrieb der Entstehung  
    labyrinthischer Höhlen in der Nördlichen Frankenalb (Dr. Stefan Glaser)

Für die Entstehung labyrinthischer Höhlen in der Nördlichen Frankenalb fehlte bislang eine plausible Erklärung. Als solche bietet sich die transversale hypogene Genese an. Aus tieferen Aquiferen aufsteigende Grundwässer konnten während der ausgehenden Kreidezeit und dem Alttertiär den Malm von unten nach oben durchqueren, bevor sie an artesischen Quellen austraten. In den Malmkarbonaten entstanden durch Mischungskorrosion Hohlräume. Die sehr langsamen Fließvorgänge in den entstandenen Hohlräumen waren hauptsächlich durch Konvektion geprägt. So konnten typische Labyrinthhöhlen entstehen, deren Raumformen von Deckenkolken und -halbröhren geprägt sind. Als Sedimente dominieren Lösungsrückstände. Spuren schnell fließenden Wassers und von außen eingetragene Sedimente fehlen.


Ø Forschungsstand Fuchslabyrinth und Schandtauberhöhle (Michael Wasmund)

Da geht noch was ! - Neues von Fulab und Schandtauber

Das ca. 9km lange Fuchslabyrinth (Fulab) und die hydrologisch damit verbundenen Schandtauberhöhlen
im Muschelkalk Hohenlohes sorgen auch nach 40 Jahren Forschungsgeschichte noch für Überraschungen.

Erst kürzlich wurden dort erneut mittelalterliche Scherben und eine Saurierrippe entdeckt.

Beide Enden des kilometerlangen Wasserganges harren weiterhin der Erforschung, welche physisch und psychisch außerordentlich anspruchsvoll ist.

Es gibt zwar Erklärungsansätze für die Speleogenese des Labyrinthes, diese müssten aber durch Analyse von Sedimenten erhärtet werden.

Die Situation der bei Bettenfeld liegenden Schandtauberhöhlen ist weitgehend abgeklärt, aber auch dort gibt es noch Gänge die noch nie zu Ende befahren wurden und glaubhafte Berichte über weitere ehemals zugängliche Höhlengänge.

Seit einigen Jahren versuchen wir mit Hilfe des Programs "Therion" einen Atlas des Fulab zu erstellen,
aus dem Nachlaß früherer Forschergenerationen - ein nicht ganz einfaches Unterfangen.

Der Vortrag gibt eine Gesamtschau dieses wenig bekannten Systems. Nach einem kurzen Abriss der Forschungsgeschichte konzentrieren wir uns auf die spannenden aktuellen Fragestellungen, die hoffentlich zu einem interessanten Dialog mit dem Publikum führen.


Ø Höhlensedimente – Welche Sedimente gibt es und welche Informationen bergen sie für uns? (Dr. Katharina 
     Peterknecht)

Höhlensedimente treten in verschiedenen Erscheinungsformen auf. Als Unterscheidungsmerkmale werden sowohl das Material als auch der Bildungsort herangezogen. So lassen sich Sedimente in klastisch (z.B. Sande und Lehme) und chemisch (z.B. Sinter) einteilen. Der Bildungsort bzw. die Materialherkunft fließen
ebenfalls in die Klassifikation ein.
Durch das begrenzte fast in sich abgeschlossene System "Höhle" wirken Höhlen wie natürliche Laboratorien bzw. Klimakammern. Diese Abgeschlossenheit bedingt verhältnismäßig konstante Umweltbedingungen und begünstigen die Einstellung chemischer Gleichgewichte im Höhlenraum und dessen Sedimenten. Die Gleichgewichte sind unter anderem temperatur- und humiditätsabhängig. Sie reagieren somit klimasensitiv.
Sedimente, die diesen Bedingungen ausgesetzt sind, werden durch die herrschenden Gleichgewichtsreaktionen überprägt (Sande), neu gebildet (Sinter) bzw. präpariert (Fossilien) und konservieren so Informationen zu den Rahmenparametern wie z.B. das Alter der Ablagerungen oder das Klima während der Ablagerung.
Der Sedimenttypus kann somit Auskunft zur Entwicklung der Höhle, der Geomorphologie, der Fauna und Flora sowie des Klimas während Ablagerung geben.

Ø Jäger in der Steinzeit – das Leben der Neandertaler in der Frankenalb (Dr. Brigitte Hilpert)

Über den Neandertaler im allgemeinen wird seit Jahren eine große Menge an Erkenntnissen und Daten publiziert. Die Neandertaler aus der Frankenalb dagegen finden nur wenig Beachtung. 
Im Fokus des Vortrages stehen daher die "einheimischen" Neandertaler. Wie haben sie gelebt, wo waren ihre Quartiere, wie sah ihr Lebensraum aus.
Mit diesem Vortrag wird versucht, einen Überblick über die Funde aus der Frankenalb, ihre möglichen Interpretationen und Zusammenhänge zu geben.
Dr. Brigitte Hilpert, Geozentrum Nordbayern, Fachgruppe PaläoUmwelt, FAU Erlangen-Nürnberg Sammlungspfleger der Abt. für Karst- und Höhlenkunde der NHG

Ø Forschungen des Speläoclub Berlin in Nord- und Südvietnam 2013 und 2014 (Michael Laumanns)

Zwei Höhlengebiete werden eingehend vorgestellt: Der Turmkarst von Ninh Binh im Norden Vietnams (ca. 80 km südlich von Hanoi) und die Lavahöhlen in der Umgebung von Tan Phu (ca. 120 km nordöstlich von Saigon).
In zwei Expeditionen konnten in der Provinz Ninh Binh über 11 km Gänge in 61 Höhlen vermessen werden. Das Gebiet ist von hoher touristischer Bedeutung und zieht jährlich 2,5 Millionen Besucher an, darunter rund 800.000 Ausländer. Die lokalen Behörden benötigten höhlenkundliche Expertise im Rahmen eines Antrages zur Anerkennung als UNESCO World Heritage Site.
Ebenfalls zwei Expeditionen hatten die Vulkangesteinshöhlen von Tan Phu (Provinz Dong Nai) zum Ziel. Hier konnte die derzeit längste bekannte Lavaröhre in ganz Südostasien dokumentiert werden, was einen ungeahnten Internet-Hype hervorrief. Inzwischen sind etwa 40 Höhlen mit insgesamt 2,6 km Gängen dokumentiert. Die Höhlen haben eine hohe Biodiversität und sind in ganz SO-Asien absolut einzigartig.


Ø Neue Ergebnisse des Northern Lao-European Cave Project 2013 und 2014 (Michael Laumanns)

Die Expeditionen nach Nordlaos in 2013 und 2014 brachten erneut viele Höhlenmeter in die Messbücher. Dies war vor allem der neuen Strategie zu verdanken, mehrere unabhängige Gruppen in verschiedene Gebiete zu entsenden, in denen es viele neue Höhlen gab. Insgesamt wurden auf beiden Expeditionen auf diese Weise 90 Höhlen mit insgesamt fast 28 km Gängen vermessen. Die Highlights und der Ablauf der beiden Expeditionen werden vorgestellt.


Ø Fledermausmonitoring mit Lichtschranken (Dipl.-Biol. Karl Kugelschafter)


Ø Traditionelle Vorstellungen und Fehldeutungen in Tropfsteinhöhlen
     Oder kürzer: 
     Liebgewordene Fehldeutungen in Tropfsteinhöhlen (Dr. Gerd F. Tietz)

Aus Erkenntnissen der Gipshöhlen-Entstehung werden bis heute viele Einzelheiten auf ähnliche Erscheinungen in Kalk-/Dolomithöhlen übertragen, da sich die zugehörigen Minerale nur im Anion unterschieden; beide Minerale sind mehr oder weniger wasserlösliche Salze. Doch darüberhinaus besteht ein wesentlicher Unterschied:
Gips ist ein 2-Stoff-System aus Festkörper und Wasser: je mehr Wasser verfügbar ist, desto mehr Gips wird gelöst; Karbonate sind jedoch 3-Stoff-Systeme aus Festkörper – Wasser - Luft. Zwischen dem CO2-Gehalt von Wasser und Luft besteht eine streng temperatur-abhängige Gleichgewichtsbeziehung: dadurch wird Wasser nur zu einem Ionen-Taxi für die Anionen der Kohlensäure: ohne Luftkontakt passiert dem Kalk wenig; mit Luftkontakt geht jedoch die (Karst-)post ab……
Chemie und Mineralogie von Karbonatmineralen waren aber erst seit etwa 1964 umfassend erforscht. Diese Erkenntnis blieb vielen Höhlenforschern jedoch weitgehend unbekannt und man zitiert bis heute gerne Deutungen der alten, hochangesehenen, klassischen Höhlenforschern aus der Zeit von 1920 – 1940.
Mein Anliegen ist nun, diese alten Vorstellungen etwa zur Druckröhrenentstehung, zur Verkarstung im phreatischen (= keine Luft) und vadosen (=mit Luftkontakt) Bereich, zur Bildung von Laugformen und Excentriques richtig zu stellen.


Ø Neues und Altes zur Höhlenarchäologie in Deutschland (Bernhard Häck)

Und wieder haben sie zugeschlagen - die Höhlenraubgräber. Und wieder sind unwiederbringliche Zeugnisse der Vergangenheit zerstört worden. In einer Höhle in der Oberpfalz (Bayern) zeigt sich schon fast eine übliche Vorgehensweise derartiger Geschichtszerstörer, in dem die Höhlensedimente auf dem Höhlenvorplatz als Sichtschutzwall aufgehäuft werden. Bewegliche Kleinkunstdenkmäler aus älteren Höhlengrabungen in Bayern lassen im Abgleich mit jüngeren Untersuchungen die Kleinkunstwerke im neuen Licht erscheinen. Und auch die nicht immer leicht zu bearbeitende Felsbildkunst wirft ein neues Licht auf alte Fragen.


Ø Menschen- und Tierknochen aus drei Epochen – neue Erfassungsmethodik einer Schachthöhle der Nördlichen Frankenalb und deren Fundinventar (Dr. Timo Seregèly)

Die Nutzung von Schachthöhlen zur Deponierung menschlicher und tierischer Reste sowie anderer Funde wie Keramik, Steingeräten und Metall stellt für die ur- und frühgeschichtlichen Epochen in der Region der Nördlichen und Mittleren Frankenalb keine Seltenheit dar. Bis zur Entdeckung der Kirschbaumhöhle im Jahr 2010 gelang es aber noch in keinem Fall, die genaue Entstehungsgeschichte der anthropogenen Einfüllschichten zu rekonstruieren. Zahlreiche wichtige Fundplätze wurden schon in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit unzureichender Methodik untersucht. Zudem zeigte sich bei nahezu allen Nachuntersuchungen in „alt erforschten“ Höhlen eine selektive Grabungsweise, bei der nur ein Teil der Funde geborgen wurde. In der Kirschbaumhöhle fand erstmalig die Aufnahme mit einem terrestrischen 3D-Scanner Anwendung, welcher neben der Höhlenstruktur auch jeden einzelnen Fund lagegerecht erfasst. Die 3D-Rekonstruktion der Höhle sowie die ersten Untersuchungsergebnisse zu den bislang bekannten menschlichen Individuen und Tieren werden im Vortrag ausführlich vorgestellt.


Ø Das Geisloch: Filmbeitrag (Christian Götz)

Die Geisloch-Höhle bei Oberfellendorf beherbergt einen der schönsten Höhlenräume der Fränkischen Schweiz. Durch die Tatsache, dass sie in Privatbesitz gut verschlossen und nur sehr sporadisch für Führungen geöffnet wurde, ist die Höhle noch in einem sehr ursprünglichen Zustand, mit aktiven Sinterbecken und -terrassen.
Mittlerweilen sind die Filmaufnahmen schon als historisches Dokument zu bezeichnen, denn es gibt keine Führungen mehr in diese Höhle. Im Film erzählt auch Toni Deinlein, einer der Mitentdecker dieses in Franken wohl einmaligen Höhlenraums, wie es zu der Entdeckung kam.


Ø Höhlen vulkanischen Ursprungs rund um den Globus (Franz Lindenmayr)

Der Vortrag soll eine kleine Übersicht über die Vielfalt an möglichen Erscheinungsformen von Höhlen vulkanischen Ursprungs geben. Von den Lavaröhren und -tunnels über die Gasblasen bis zu den erosiv überarbeiteten Höhlen in der Basaltlava. Geographisch geht es vom Hessischen bis nach Island, Italien, Spanien, Frankreich, Australien, Neuseeland und Ecuador.
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Ø 50 Jahre unterwegs mit dem Photoapparat in den Höhlen der Frankenalb (Franz Lindenmayr)

In dem Vortrag wird die Entwicklung der Höhlenphotographie im letzten halben Jahrhundert am Beispiel von Höhlenphotos aus der Fränkischen Alb dargestellt. Dabei werden Bilder gezeigt, die nie mehr so gemacht werden können, weil die Höhlen inzwischen stark geplündert worden sind, z.B. das Silberloch im Altmühltal.


Ø Der GeoTag der Artenvielfalt, der Schülerwettbewerb und die Artenvielfalt der Bärentalhöhle (Petra Boldt,
   
Arndt Karger, Butrint Pacolli)

Die Höhlen AG des Joachim Hahn Gymnasiums in Blaubeuren hat in Zusammenarbeit mit dem Höhlenverein Blaubeuren am Geo Tag der Artenvielfalt teilgenommen und beim Schülerwettbewerb mitgemacht. Hierbei haben die Schüler einen Sonderpreis, den "Forscherpreis des Senckenberg Museums" gewonnen.
In dem Vortrag wird die Vorbereitung der Aktion, die praktische Aufsammlung in der Bärentalhöhle, die Auswertung und die Erstellung der Broschüre vorgestellt. Auch über den Tag der Preisverleihung in Frankfurt mit der Besichtigung des Museums und der Sonderausstellung ":Planet 3.0 - Klima, Leben, Zukunft" wird berichtet.


Ø Wichtige Typen künstlicher Hohlräume in Nordbayern (Franken, Oberpfalz) (Dr. Thomas Striebel)

Die Speläologie ist wie kaum eine andere Wissenschaft eine interdisziplinäre Wissenschaft unterschiedlichster Fachgebiete. Deshalb kann davon ausgegangen werden, dass eine wissenschaftliche Relevanz künstlicher Hohlräume auch eine speläologische Relevanz mit sich bringt. Besonders Hohlräume, die im anstehenden Gestein angelegt und nicht ausgemauert sind, sind zweifellos die wissenschaftlich interessanteren Objekte. Dem liegt der Ansatz zugrunde, künstliche Hohlräume ähnlich wie Höhlen z. B. als geologische Aufschlüsse zu betrachten und entsprechend zu würdigen. Auch in historischer bzw. archäologischer Hinsicht sind diese Objekte besonders relevant, sei es in bergbauhistorischer, besiedlungsgeschichtlicher, volkskundlicher oder industriegeschichtlicher Hinsicht. Selbstverständlich sind die Anlagen in biospeläologischer bzw. allgemeiner ökologischer Hinsicht ebenso wie Höhlen relevant. Gerade als Fledermausquartiere weisen sie oft eine erhebliche Bedeutung auf. In mineralogischer Hinsicht ist vor allem der Bergbau, insbesondere der Erzbergbau, von Bedeutung, was in der Natur der Sache liegt.


Ø Der lange Weg zum Erdbach: Forschungsergebnisse aus dem Herbstlabyrinth (Ingo Dorsten)

Im hHrbstlabyrinth-Adventhöhlen-System in Hessen wurden in den vergangenen 2 Jahren weitläufige Neuentdeckungen gemacht. Besonders die im Jahr 2012 entdeckte "Nordwestpassage" hat den lang erhofften Zustieg in einen Zubringer des unterirdischen Erdbachs gebracht. Im Oktober 2013 gelang dann der ganz große Durchbruch: Nach Erweitern einer Engstelle wurde völlig überraschend der unterirdische Lauf des Erdbachs gefunden. Entgegen jeder Vorstellung handelt es sich dabei um einen mächtigen Bachtunnel, der auf 1,5 km Länge durchweg "fußläufig" befahrbar ist. Das Ende dieses unterirdischen Wasserlaufs bilden jeweils zwei bisher nur in Teilen erforschte Siphone. Der Vortrag beschreibt die aufwendigen Grabungsarbeiten und die systematische Suche nach Fortsetzungen in dem bisher 8,5 km langen System. Zudem werden die neuesten Erkenntnisse der Hydrologie des gesamten Breitscheider Karstsystems aufgezeigt.

Ø Herbstlabyrinth-Adventhöhle-System - Landschaftsgeschichte und Höhlenentstehung (Simon Mischel)

Über die Korrelation der Höhlenniveaus im Karst von Breitscheid-Erdbach mit den
Flussterrassen des Vorfluters kann ein zeitlicher und höhlengenetischer Zusammenhang
hergestellt werden. Es werden verschiedene Anhaltspunkte diskutiert, die eine
beginnende Höhlenentstehung seit der Grenze Pliozän/Pleistozän wahrscheinlich
machen. Die Entstehung der einzelnen Höhlenniveaus verläuft größtenteils identisch,
Beweise dazu finden sich in jeder Höhle des Karstgebietes. Durch die Entdeckung des
aktiven Bachlaufs des Tiefen Erdbachs werden die vorgestellten Thesen gestützt.


Ø DNA Barcodes untertage – Das GBOL Projekt (Dr. Alexander Weigand, Dieter Weber)

Tiere – und somit auch Höhlentiere – werden bisher hauptsächlich anhand morphologischer Merkmale determiniert. Ein deutschlandweites Projekt (GBOL) soll es ermöglichen, alle Tiere über ihre DNA problemlos und kostengünstig zu bestimmen. Hier vorgestellt werden zunächst die theoretischen Grundlagen, dann aber vor allem das GBOL-assoziierte Projekt "Subterrane Fauna" und letztendlich wird ein Aufruf zur Mitarbeit gestartet.

Ø Die Sophienhöhle im neuen Licht - Resümee und Erkenntnisse einer Schauhöhlenerneuerung nach 2 Jahren
    (Reinhard W. Moosdorf & Oliver Heil)

  • Schauhöhlenerneuerung aus Sicht des Betreibers/Höhlenführers
  • Schauhöhlenerneuerung aus Sicht von Planung und Installation
  • Nachhaltiger Höhlenschutz und Attraktivitätserhöhung durch Lichtgestaltung
  • Lampenflora
  • Entwicklung einer kundenbezogenen und komplexen Lichtsteuerung/Musiklichtshow (PWM meets DMX), "Sophie at night"
  • Wie wichtig ist Potentialausgleich und Überspannungsschutz in einer Schauhöhle?
  • Museum in der Höhle: Beleuchtung der Ausstellungsbereiche
  • Zusammenfassung der Erkenntnisse nach 2 Jahren Betriebszeit

Ø Unterirdisches Istrien (Peter Hofmann)
Mit der Halbinsel Istrien, die größtenteils zum Staat Kroatien gehört, beschäftigt sich der Autor schon seit über 20 Jahren. Damals noch ein krisengebeutelter Staat in Kriegszustand, hat sich Kroatien, speziell aber Istrien zum touristischen Vorzeigeland entwickelt. Das gilt auch für seine Höhlen.
Lange Zeit war die Jama Baredine Istriens einzige Schauhöhle, inzwischen sind mit Festinski Kraljevstvo und Mramornica zwei weitere dazugekommen, die Romualdohöhle wird zeitweise geführt und die Bunkeranlagen unter Pula sind ein einem ersten Abschnitt zu besichtigen.

Und natürlich hat Istrien höhlenkundlich noch weit mehr zu bieten. Über 600 Objekte sind au verhältnismäßig kleinem Raum bekannt, überwiegend Schachthöhlen, aber auch einige leicht zugängliche und dennoch sehr ungewöhnliche Objekte, geologisch, landeskulich oder archäologisch eine Rolle spielen. Daneben sind die Karstbildungen, wie die 123 m tiefe Doline Foijba oder der Ponor von Pazin der Betrachtung wert.

Der Vortrag versucht, einen Überblick über den Karst Istriens zu geben, nach einer allgemeinen Einleitung, denn auch geschichtlich, landschaftlich und kulinarisch kommt der Besucher auf seine Kosten.

Den Abschluss des Vortrages bildet eine Präsentation der schönsten Panoramafotos des Autors, die ganz neue Sichtweisen auf einige versteckte und weithin unbekannte Höhlen, aber auch die Schauhöhlen und touristischen Vorzeigeobjekte der Halbinsel eröffnen.
Seine Erfahrungen fasste Peter Hofmann in dem Buch UNTERIRDISCHES ISTRIEN zusammen, das im April 2014 erschienen ist und Lust macht, das Land touristisch und speläologisch zu entdecken. 
Ø Untersuchungen zur Höhlenfauna oberfränkischer Höhlen – Ergebnisse eines Projektes der Regierung von
     Oberfranken (Dr. Hardy Schabdach)

Zahlreiche fränkische Höhlen unterliegen einem hohen touristischen Nutzungsdruck. So ist die Befahrungsintensität der Schönsteinhöhle in den letzten drei Jahrzenten kontinuierlich angewachsen. Höhlen sind subtile und hochempfindlich Ökosystem, daher ist ein negativer Einfluss durch einen zu hohen Nutzungsdruck grundsätzlich zu vermuten. Ein Projekt der Regierung von Oberfranken sollte nun klären, ob hier eine Veränderung oder Beeinflussung der Subterranfauna erkennbar ist. Bereits 1906 hat Eduard Enslin über die Fauna der Schönstein- und Brunnsteinhöhle einen ersten zusammenfassenden Bericht gegeben. Cramer führt 1933 insgesamt 20 Taxa für beide Höhlen an. Klaus Dobat (1978) fasste alle weiteren Untersuchungen bis zum Jahre 1976 in seiner Veröffentlichung „Die Höhlenfauna der Fränkischen Alb“ zusammen. Ein Vergleich dieser historischen Faunenlisten mit den aktuellen Untersuchungen soll nun zeigen, ob in den letzten drei Jahrzenten signifikante faunistische Veränderungen erfolgten. Die Untersuchungen beinhalten Hand- aufsammlungen und zusätzlich Fallenfänge.

Ø Sotanos de Mexico (Alexandra Bengel)

Der „Sotano de las Golondrinas“ ist wohl einer der beeindruckendsten
Tageslichtschächte der Welt.

Wir hatten das große Glück die Region San Luis Potosi in Mexico bereits in
vier Urlauben bereisen zu dürfen. Hierbei haben wir mit den Einheimischen
sehr gute Kontakte knüpfen können. Unser Freund und Höhlenführer Teno zeigte
uns viele bekannte und unbekannte Schächte und Höhlen in dieser Region. In
vielfältigen Bildern zeigt der Vortrag einen Einblick in das Leben der
einheimischen Huastekabevölkerung und beschreibt die beeindruckenden
Schächte sowie eine Befahrung des „Sotano de las Golondrinas“.

Workshops

Ø A1: Offener Workshop für Höhlentaucher (ca. 2 Stunden, Jürgen Bohnert und Rainer Straub)

Einladung an alle Interessierten zum Treffen der Höhlentauchsektion des VdHK

Die Höhlentauchsektion des Verbandes deutscher Höhlen- und Karstforscher (HTS-VdHK) lädt ein zum offenen Treffen aller im VdHK organisierten Höhlentaucher. Die am 25.04.1999 gegründete Gruppierung hat sich bislang vor allem mit der Definition von Sicherheitsstandards beim Höhlentauchen beschäftigt. Nachdem die Höhlentauchsektion in den letzten Jahren leider nicht mehr sehr aktiv war, wollen wir bei der VdHK-Tagung in Waischenfeld einen Neustart versuchen und ganz gezielt neue Leute für die Mitarbeit in dieser Gruppe gewinnen.

In erster Linie geht es um das gegenseitige Kennenlernen und einen generellen Erfahrungsaustausch. In einer kurzen Vorstellungsrunde wollen wir uns einen Überblick darüber verschaffen, welche VdHK-Mitglieder Höhlentauchprojekte bearbeiten, bzw. welche an der Mitarbeit in solchen Projekten interessiert sind. Ausserdem wollen wir aber auch darüber nachdenken, inwieweit wir in Zukunft die sichere Ausbildung des Höhlentauchnachwuchses in Deutschland fördern können.

Höhlentauchen ist einerseits eine risikobehaftete Aktivität, andererseits aber auch eine, die wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse über den genauen Verlauf unterirdischer Wasserwege gewinnen kann, wo ansonsten nur indirekte Methoden wie Markierungsversuche verwendet werden können. In Deutschland gibt es eine Fülle von wassererfüllten Naturhohlräumen, vor allem im Alpenraum und in den grossen Mittelgebirgen wie z.B. der Schwäbisch-Fränkischen Alb. Fast jede grössere Wasserhöhle enthält einen oder mehrere Siphone, die nur mit Höhlentauchtechniken zugänglich sind. Gemessen an der Fülle der Siphone und möglichen Höhlentauchprojekte ist jedoch die Zahl der Personen, die in Deutschland das Höhlenforschungstauchen ausüben, recht gering.

Höhlentauchen ist nicht für jeden, aber die Erfahrung zeigt andererseits, dass mehr Höhlenforscher als gemeinhin angenommen mit den speziellen psychischen und physischen Anforderungen zurechtkommen, die für sicheres Höhlentauchen notwendig sind. Leider existiert bislang in Deutschland kein Ausbildungsprogramm, das die speziellen Bedingungen in deutschen Siphonen (Enge, Eintrübung, Kälte, Tauchen weit vom Höhleneingang entfernt) ausreichend berücksichtigt - alle bislang von deutschen Anbietern angebotenen Höhlentauchkurse befassen sich hauptsächlich mit touristischen Tauchgängen in warmen und klaren Quellhöhlen, wie z.B. in Südfrankreich, Florida und Yucatan.

Es ist unsere Hoffnung, dass wir im Rahmen des Höhlentauchtreffens am Rande der VdHK-Tagung in Waischenfeld eine Menge Gleichgesinnte zur Teilnahme und zum Erfahrungsaustausch animieren und ausserdem dem Höhlentauchnachwuchs einen Weg zum sicheren Höhlentauchen aufzeigen können.

Jürgen Bohnert und Rainer Straub

Ø A3: Erstes Treffen des VdHK-Arbeitskreises für die Ausbildung zum Höhlenführer 
      
(Andreas Bedacht, begrenzte Teilnehmerzahl)

Ausbildung der Höhlenführer beim VDHK
Kompetenzprofil Höhlenführer/in: Was muss jemand bei Führungen in -vorwiegend- unerschlossenen Höhlen wissen und können?
Unsere Höhlen sind gleichzeitig sensibler Lebensraum, geowissenschaftliches Archiv und ein schier unerschöpflicher Lernraum. Um Interessierten diesen Raum nahe zu bringen, bedarf es vielseitiger Kenntnisse und Fähigkeiten, um der Sorgfaltspflicht gegenüber Teilnehmern und Umwelt gerecht zu werden. Anhand des Ausbildungskonzeptes der Zusatzqualifikation Höhle des VdHK und der Erfahrungen in den europäischen Nachbarländern werden in diesem Workshop die Anforderungen an Höhlenführer/innen diskutiert.
Zielgruppe: Verantwortungsträger in Behörden & Vereinen; Höhlenführer/innen

Ø A4: Determination von "Kleintieren in Höhlen" (Dieter Weber)

In diesem Seminar wird höhlenbiologischen Laien erklärt, wie man mit Bestimmungsliteratur und mit Binokular umgeht, wie man Tiere grob in Gruppen sortiert, um sie an Experten zur genauen Bestimmung weitergeben zu können. An einigen wenigen Tieren werden wir Bestimmungen bis auf Artebene vornehmen. Der Kurs ist so konzipiert, dass eine zeitweise Teilnahme gut möglich ist. Allerdings sollte man mindestens 3 Stunden zur Verfügung haben, um zumindest die Grundlagen einstudieren zu können.
Erforderliche Ausrüstung:
Elektrisches Licht. 
Maximale Teilnehmerzahl:

8 zur gleichen Zeit

Ø W13Sammeln von Höhlentieren, die für das DNA Barcoding geeignet sind (Dieter Weber)

In einer einfach zu befahrenden Höhle werden biospeläologisch Interessierten verschiedene Sammelmethoden vorgestellt. Insbesondere wird auf Unterschiede zwischen dem Sammeln von Tieren, die für eine morphologische Determination vorgesehen sind, und solchen, die für das DNA Barcoding vorgesehen sind, eingegangen. Die gesammelten Tiere werden dann direkt vom Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn gebarcoded und fließen ins GBOL-Projekt ein.
Erforderliche Ausrüstung: Gute Schuhe, Helm, elektrisches Licht, warme Kleidung
Maximale Teilnehmerzahl:
12 Teilnehmer

Ø A5:  Workshop Höhlen-Panorama-Fotografie (Peter Hofmann)

Workshop mit einleitender PPT-Präsentation
Dauer idealerweise mind. 30 min.

Der Autor spezialisierte sich als einer der Ersten auf Panoramafotos. Insbesondere bei Höhleneingängen kombiniert er diese mit der HDR-Technik, die hohe Kontraste ermöglicht und schafft so völlig neue Bildwelten von ganz eigener Ästhetik und Intensität.

Erstmals präsentierte er einige wenige seiner Kompositionen im Sommer 2013 auf dem internationalen speläologischen Kongress in Brno (CZ) und gewann damit auf Anhieb den ersten Preis "Best of Show" des Photosalons.

Im einleitenden Vortrag zum Workshop gibt der Autor einen Überblick über Vorgehensweiden, technische Hintergründe und Anforderung bei dieser Art der Fotografie, sowie konkrete praktische Tipps sowohl zur HDR-Fotografie als auch zur Panoramatechnik. Dazu werden Hinweise zur Software und Empfehlungen zu Literatur gegeben.

Im zweiten Teil wird der Autor versuchen, an Hand einer vor Publikum im Saal erstellten Fotoserie einen kompletten Workflow zur Erstellung eines HDR-Panoramas live vorzuführen.

Soweit die Zeit es zulässt, kann natürlich auf vertiefende Fragen eingegangen werden. 

Ø A6: Arbeitskreis FFH

Zur Jahrestagung des VdHK trifft sich auch wieder der Arbeitskreis FFH. FFH steht für Fauna Flora Habitat und ist eine EU Richtlinie zum Schutz von Tieren, Pflanzen und Lebensräumen. Auch Höhlen gehören in der Richtline zu den geschützten Lebensräumen. Stefan Zaenker und Dieter Weber laden alle Interessierten am Donnerstag, den 29.05.2014 um 19.30 Uhr ins Rathaus 2 in Waischenfeld.

Auf der Tagesordung stehen neben den einem Überblick über aktuell laufenden Projekte, auch die Vorstellung des neuen Datenerfassungsbogen für das Höhlenmonitoring, den Stefan Zaenker mit dem Arbeitskreis erarbeitet hat und nun allen Bundesländern zur Umsetzung vorgeschlagen werden wird. Das Land Hessen hat den neuen Datenbogen bereits übernommen.

Die Mitarbeit der örtlichen Vereine beim Monitoring wäre sehr wünschenswert, biospeläologische Kenntnisse wichtig. Deshalb wird es auch 2014 wieder einen VdHK Workshop dazu geben. Bitte beteiligt Euch am Arbeitskreis, die meisten Katastergebiete haben Flächen die nach der FFH Richtlinie geschützt sind. Wo bereits Monitoring stattfindet und sowie der Stand der Planungen wird, wie bereits erwähnt, auf dem Arbeitskreistreffen vorgestellt.

Ø A7: Clean Climbing in der Tiefe (Patrick Matros)

Beim Klettersport wird diese Vorgehensweise seit langen praktiziert, doch in der Höhlenforschung bieten sich durchaus noch Einsatzmöglichkeiten:
Das so genannte Clean Climbing, bei dem weitgehend auf gebohrte Felshaken verzichtet wird und technisch hoch ausgereifte, mobile Sicherungsmittel zum Einsatz kommen.
Ein möglicher Einsatz für die Speläologie ergibt sich bei der "Erstbegehung" von hohen Felswänden in Höhlensystemen. Sowohl in ethischer als auch in praktischer Hinsicht ist hier Entwicklungspotenzial vorhanden.
Patrick Matros aus der Höhlengruppe des DAV Erlangen ist gleichzeitig ambitionierter Sportkletterer, der sich seit Jahren mit der Disziplin des Clean Climbing auseinandersetzt und diese Techniken bereits in Höhlen erprobt hat.
Er erläutert die Einsatzmöglichkeiten der verschiedenen Klemmgeräte und seine praktischen Erfahrungen im Umgang mit ihnen. Dabei wird natürlich Hand und Gerät an den Fels gelegt!
Dauer:
ca. 90 Minuten
Teilnehmer:
ca. 10 Personen